23.12.2015 - Hamburg Blues Band

Klar, der Baum steht, die Frisur sitzt, es ist angerichtet. Es geht zum Buffet! Auf dem Speiseplan: Eine grandiose Rockband mit Wurzeln im Blues. Die Hamburg Blues Band (HBB) gastierte nach vielen Jahren (2002?) wieder einmal im Gulfhaus. Michael Becker, Bass (Ex-Lake), Hans Wallbaum, Drums (u.a. Ex-Stopock), Gert Lange, die Röhre mit Gitarre, das ist HBB! NEIN! Im Gulfhaus waren sie unterwegs mit Maggie Bell (Ex Stone The Crows), Schottland wohl größte Rocksängerin. Da haben gute Musiker mal wieder gezeigt, wozu live eine grandiose Band mit einer zusätzlichen Leadstimme in der Lage ist! Power, hauptsächlich eigene Songs, angereichert mit einigen Perlen der Rockmusik, 2 Leadsänger/in und eine tolle Show im Gepäck, das alles und noch viel mehr gab es zum Fest im Gulfhaus. Nun ja, hinzu kam auch noch ein Riesentalent der Szene: Der 23-jährige Gitarrist KRISSY MATTHEWS, der sich trefflich in die Band einfügte. Ein kleiner Club wie das Gulfhaus in Vechta ist die ideale Stätte für den harten Bluesrock der Hamburg Blues Band, und das nicht nur zur Weihnachtszeit! Es gab gute, laute Rock- und Bluesmusik, HBB hatte so manches Schmankerl im Gitarrenkoffer mitgebracht. Dazu später mehr.

HBB, eine Band, die läuft wie ein Uhrwerk. Gert Lange mit seiner tiefen Rockröhre und seine ruhige, rhythmische Gitarrenarbeit gepaart mit dem Spiel des Bassisten Michael Becker und dem Drummer Hans(i) Wallbaum, das ist schon ein außergewöhnliches Zusammenspiel. Fantastisch. Gitarre, Bass und Drums halten die Songs zusammen wie früher Fensterkitt die Scheiben. Die Soli von Herrn Matthews waren schnell und präzise, sodass die Band manchmal aufpassen musste, damit das Tempo der jeweiligen Songs nicht abdriftet. Ein wirkliches Talent an der Gitarre, alle Achtung. Wenn zum Können jetzt noch die Routine (im positiven Sinne) hinzukommt, dann werden wir von dem Herrn noch mehr hören, da bin ich mir sicher. Die Band machte einen relaxten Eindruck, immer positiv gestimmt mit einem Lächeln im Gesicht. Auch beim Soundcheck war der ruhige Umgang miteinander zu spüren. Was für Musik bekam man zu hören? Ganz klar Rockmusik. Einfach nur Rockmusik. Und diese wurde (wie gesagt) mit unbändigem Spaß dargeboten, eine Freude war es, diese Band zu sehen und zu hören. Auch wenn es Bluesband heißt, es rockte mehr wie es blueste, wobei aber die Blueswurzeln zu hören waren und im 2. Set gab es dann auch mehrere Bluessongs im puristischen Sinne. Natürlich hatte der Frontmann und Maggie Bell, die Leadsängerin im 2. Setz die Kommunikation mit dem Publikum im Griff. Überhaupt: Maggie Bell, die grandiose Bluessängerin, passt hervorragend in das Konzept der HBB. Welch eine Stimme und Performance. War sie im Vordergrund hielt sich Gert Lange immer zurück, um Maggie Bell nicht die Show zu stehlen. Die Band verzichtete total auf jegliches Stargehabe oder ähnlichen Zirkus wie so man andere Band. Auch das muss mal erwähnt werden. D

as Konzert begann mit dem Rockkracher „Rockin` Chair“, es folgten dann verschiedene Songs u.a. mit Krissy Matthews als Leadsänger. Auch das funktionierte hervorragend. Besonders gefiel mir auch noch „Trouble Man“, wenn ich etwas hervorheben müsste. Und natürlich „Get off my back“, eine Komposition des ehemaligen Whitesnake-Gitarristen Micky Moody. Abschluss Set 1: „Rattesnake Shake“ von Peter Green. Das groovte, wie man so schön sagt. Schade, nach 60 Minuten war schon Schluss mit Teil eins. Set 2 begann mit einem Song der Band FREE und mit Maggie Bell als Leadsängerin: „Wishing well“. Die ehemalige STONE THE CROWS-Sängerin fegte mit ihrem Organ wie ein Vulkan über die Bretter der Bühne. Hervorzuheben war auch noch eine lange Version von „I don`t need no doctor“. Als Zugaben dann „Respect yourself“ und die warmherzige Ballade „Into the night“ mit einem traurigen und herzzerreißenden Gitarrensolo. Schöner kann es nach weit über 2 Stunden nicht enden. Das es sich hier um ein eingespieltes Team von hervorragend harmonierenden Musikern handelt braucht nicht extra erwähnt werden, das sieht und hört man. Dazu noch Deutschland`s beste Rockstimme (ja, richtig gelesen!), was fehlt denn dann noch? NICHTS! Alles in allem kenne ich in dem Sektor keine auch nur annähernd so gute Band in Deutschland wie die HAMBURG BLUES BAND. Wie immer fehlte mir der eine oder andere Song (Can`t last forever), aber tut es das nicht immer? Vielleicht beim nächsten Gig im Gulfhaus. Darauf hoffe nicht nur ich!

Felix Müller
26.12.2015

Set 1

Rockin` Chair
Stony Times
Make Love Strong
I`ve Been Searchin`
Trouble Man
Get Off My Back
It Ain`t Worth
Rattlesnake Shake

Set 2

Wishing Well
Down In The Hole
As The Years…
I don`t Need No Doctor
I Believe I`m In Love
Penicillin Blues
Palace Of The King
I Was In Chains

Zugabe

Respect Yourself
Into The Night

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