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Am westlichen Rand des Zitadellenplatzes beim Brückeneingang zum Parkgelände liegt das 1989 bis 1991 in Klinkerbauweise erstellte moderne, aber äußerlich historisch angepasste Haus der Jugend. Es handelt sich um ein Jugend- und Kulturzentrum der Stadt, das allen heutigen Erfordernissen der Freizeitgestaltung für junge Menschen gerecht wird. Besondere Bedeutung hat dabei das sogenannte "Gulfhaus", welches auch außerhalb Vechtas einen hervorragenden Ruf als Veranstaltungsort hat.

Der Komplex besteht aus zwei Bauten, die im schrägen Winkel zueinander stehen. Der dem Zeughaus zugewandte Neubauteil mit seinem Satteldach, den Gauben und dem Steilgiebel passt sich diesem an, so dass der historische Platzcharakter gewahrt bleibt.

Den rückwärtigen Teil dieses Gebäudeensembles bildet das völlig sanierte ostfriesische Gulfhaus mit dem typischen Krüppelwalm. Es entspricht einem Bauernhaustyp, der seit dem 16. Jahrhundert landschaftsbestimmend ist zwischen Jadebusen und Dollart. Es ist mehr als 120 Jahre alt und hat keinen Wohnteil. Seine Entstehung verdankt es Resozialisierungsmaßnahmen im Strafvollzug des 19. Jahrhunderts. Ein ostfriesischer Strafgefangener, Zimmermann von Beruf, erstellte 1886 die Holzkonstruktion während seiner Haftzeit, um sie nach der Entlassung in die Heimat zu transportieren und durch einen Wohnteil zu vervollständigen. Doch der Häftling verstarb während seiner Haftzeit hier in Vechta, wodurch das Gebäude auf dem Zitadellengelände verblieb und bis zu seiner jetzigen Nutzung als anstaltseigenes Stallgebäude diente.

Im Jahre 1987 hat es die Stadt Vechta, zusammen mit dem Zeughaus, vom Land Niedersachsen gekauft.